Gesetzliche Krankenkasse für Selbstständige

In Deutschland herrscht eine Krankenversicherungspflicht, sodass auch Selbstständige und Freiberufler dazu verpflichtet sind, eine Krankenversicherung abzuschließen. Dabei besteht grundsätzlich die Wahl zwischen der freiwilligen gesetzlichen Versicherung und einer privaten Krankenversicherung.

Wer gilt für die Krankenversicherungen als selbstständig?

Zunächst einmal ist es wichtig genaue Definitionen zu erheben. Wer sich selbstständig macht oder Freiberufler wird muss sich automatisch und obligatorisch selbst versichern. Wer allerdings beispielsweise in Teilzeit arbeitet und sich nebenberuflich eine Selbstständigkeit aufbaut, auch für den gelten enge Grenzen. Wenn der Anteil an selbstständiger Arbeit überwiegt, sowohl was die Arbeitszeit als auch was das Einkommen angeht, so meldet die Krankenkasse einen Bedarf an. In einem solchen Fall können Sie nicht weiterhin über den Arbeitgeber versichert bleiben, sondern müssen sich selber versichern. Der so bequeme Arbeitgeberanteil von 50 Prozent fällt somit weg.

Selbstständige und die Wahl der Krankenkasse

Grundsätzlich können Selbstständige und Freiberufler wählen, ob Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder in eine private Krankenversicherung wechseln. Dies hängt oftmals von vielen Faktoren ab. Dies sind zum einen sicherlich die Kosten, aber auch die verschiedenen Versicherungsleistungen. Wer beispielsweise plant Kinder zu bekommen, kann diese in der privaten Krankenversicherung nicht familienversichern. Bei einer gesetzlichen Krankenkasse hingegen können die Kinder ohne Mehrkosten mitversichert werden. Auch die Kosten unterscheiden sich zwischen beiden Varianten oftmals enorm. Wer jung und gesund ist zahlt in der privaten Krankenversicherung oftmals nur sehr geringe Beiträge. Diese können allerdings mit steigendem Alter oder schlechterem Gesundheitszustand massiv ansteigen und spätestens im Rentenalter zur Belastung werden. Die gesetzliche Krankenkasse hingegen orientiert sich mit ihren Beiträgen immer am Einkommen der Selbstständigen und ist somit vielleicht in Teilen teurer, passt die Beiträge aber in schlechten Jahren auch an das Einkommen an.

Die gesetzliche Krankenkasse ist in der Regel vorteilhafter

Auch wenn es erst einmal absurd erscheint, so ist die freiwillige gesetzliche Versicherung für die meisten Selbstständigen die richtige und bessere Wahl. Denn Selbstständige sind somit deutlich besser und vor allem langfristiger abgesichert, da die Höhe der Krankenkassenbeiträge im gesamten vom Einkommen abhängig gemacht wird. Es gibt eine sogenannte Mindesteinkommensgrenze von aktuell monatlich 2.284 Euro. Durch diese ergeben sich Krankenkassenbeiträge von knapp 400 Euro pro Monat. Allerdings kann diese Summe durch eine sogenannte Härtefallregelung und auch durch aktuelle Bemühungen der Politik noch weiter abgesenkt werden. Der Höchstsatz für die monatlichen Beiträge liegt übrigens bei der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze von 4.425 Euro monatlich. Somit ergibt sich circa ein Maximalbeitrag von 700 Euro pro Monat.

Ab 2018 werden Beiträge nur noch vorläufig erhoben

Eine Neuerung kommt im Jahr 2018 auf Selbstständige zu. Denn die gesetzlichen Krankenversicherungen werden ab diesem Jahr die Beiträge zur Krankenkasse nur vorläufig erheben. Nach dem Vorlegen der Einkommensteuererklärung im Folgejahr werden die exakten Beiträge für das Jahr berechnet. Es kann also sowohl zu Nachzahlungen als auch zu Rückzahlungen kommen. Dennoch ist das System deutlich fairer und transparenter für die Beitragszahler.

Darauf sollten Selbstständige bei einer gesetzlichen Krankenversicherung achten

Auch Selbstständige können problemlos die Krankenkasse wechseln und somit von unterschiedlichen Tarifleistungen profitieren. Zwar liegen die Kosten bei den einzelnen Krankenkassen annähernd auf dem gleichen Niveau, doch die verschiedenen Kassen bieten dennoch unterschiedliche Leistungen und Leistungsbausteine an. So kann eine gesetzliche Krankenversicherung durchaus einer anderen Versicherung vorgezogen werden, wenn die Leistungen in den spezifischen Bereichen überzeugen können. Aus diesem Grund sollten Sie als Selbstständige oder Freiberufler regelmäßig die verschiedenen gesetzlichen Krankenversicherungen vergleichen und somit die passende Krankenkasse für die eigenen Ansprüche finden.

Wichtige Punkte für Selbstständige bei einer Krankenversicherung

Ein Faktor ist für Selbstständige von besonderer Bedeutung. Das Krankentagegeld. Denn für Selbstständige gibt es keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sodass Sie bei einer Erkrankung schnell ohne Einkommen dastehen. Viele gesetzliche Krankenkassen bieten als zusätzliche Leistung nicht nur das übliche Krankentagegeld an, sondern bieten die Möglichkeit dieses früher und in passender Höhe in Anspruch zu nehmen. Dies sind Sonderleistungen, welche leider auch gesondert bezahlt werden müssen. Auch hier gilt es die Krankenkasse und ihre Leistungen zu vergleichen und die Kosten für eine Erweiterung des Krankentagegeldes mit in die Berechnung einfließen zu lassen.

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